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Hebammen wollen auch in Zukunft freiberuflich ihren Beruf ausüben

Niederbayerische Hebammen diskutieren mit FREIE WÄHLER Politikern im Landtag

Landkreis Passau/München. Am 02. April 2025 erfolgte ein Schiedsspruch zum sogenannten Hebammenhilfevertrag. Darin enthalten sind neue Modalitäten bei der Abrechnung von Leistungen und der Vergütung der Arbeit der Hebammen. Insbesondere sind für die freiberuflichen Beleghebammen Gehaltseinbußen von bis zu 30 Prozent vorgesehen.

Die FREIE WÄHLER Abgeordneten Christian Lindinger und Roswitha Toso luden mehrere Hebammen zu einer Diskussionsrunde mit den Fachpolitikern der FREIE WÄHLER Fraktion in den Bayerischen Landtag ein. Mit dabei war die FW-Generalsekretärin Susann Enders. „Wir haben nach dem Schiedsspruch zügig einen Antrag im Plenum auf den Weg gebracht“, so Susann Enders. Ziel der bayerischen Politik sei es insgesamt, das bayerische System mit den vielen freiberuflichen Beleghebammen nachhaltig zu stützen und zu schützen. Wenn die Hebammen die gleiche Arbeit wie vorher leisten, sollte es nicht sein, dass durch den neuen Hebammenhilfevertrag die Beleghebammen derart schlechter bezahlt werden, so Susann Enders.

Mechthild Hofner, erste Vorsitzende des Bayerischen Hebammen Landesverbands, beschrieb die besondere Situation in Bayern: „In Bayern haben wir zu 80 Prozent eine Betreuung der Schwangeren über das Beleghebammensystem, in Deutschland lediglich zu 30 Prozent.“ Daher betreffe der bundesweite Schiedsspruch Bayern ganz besonders hart. Besondere Vorteile ergäben sich aus dem Belegsystem durch die Selbstorganisation und die damit zusammenhängende hohe Flexibilität bei der Versorgung der schwangeren Frauen. Man habe im Beleghebammensystem zudem deutlich häufiger eine 1 zu 1 Betreuung der Schwangeren als bei der Betreuung im Angestelltenverhältnis.

Die Hebammen zeigten sich den FW-Abgeordneten gegenüber äußerst besorgt, dass sich nun mit den drohenden Gehaltseinbußen viele Kolleginnen beruflich neu orientieren könnten. Die Versorgungslage könnte sich bei Geburten in Bayern in diesem Falle deutlich verschlechtern. Der Abgeordnete Christian Lindinger griff diese Sorge auf: „Wichtig ist nun, dass wir als Bayern unsere Position pro Beleghebammensystem klar gegenüber dem Bund formulieren.“ Der Beruf der freiberuflichen Hebamme müsse auch in Zukunft attraktiv bleiben, um die notwendigen Fachkräfte für den Beruf zu halten und zu finden.

Bildunterschrift: MdL Christian Lindinger (3.v.l.), die Vorsitzende des Bayerischen Landeshebammenverbandes Mechthild Hofner (1. v.r.) und weitere Hebammen aus Niederbayern und der Oberpfalz im Bayerischen Landtag.

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© Christian Lindinger