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ILE an Rott & Inn diskutiert mit FW-Umweltpolitikerin

MdL Marina Jakob referiert über das Thema „Wassercent“

Bad Füssing/Landkreis Passau. Die Kooperation „Integrierte Ländliche Entwicklung“ (ILE) an Rott & Inn mit ihren elf Mitgliedskommunen aus dem südlichen Landkreis Passau hat unter Vermittlung des örtlichen Landtagsabgeordneten Christian Lindinger (Freie Wähler) die umweltpolitische Sprecherin der FW-Landtagsfraktion MdL Marina Jakob eingeladen, um über die Novellierung des Bayerischen Wassergesetzes und das Thema „Wassercent“ zu referieren. Zahlreiche Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden, Landwirte und sonstige Interessierte waren gekommen, um ihre Fragen und Anliegen vorzubringen.

Die grundsätzliche Idee hinter der Einführung des Wassercents sei laut MdL Marina Jakob gewesen, Wasserrückhalt, Wassersicherung und Wasserqualität zu verbessern. Alle Einnahmen aus dem Wassercent (ca. 60 bis 80 Millionen Euro pro Jahr) werden zweckgebunden über Förderprogramme dem Trinkwasserschutz zugutekommen. Der Wassercent wird für den Endkunden gut 10 Cent pro Kubikmeter Trinkwasser betragen. Das seien bei 40 Kubikmeter Verbrauch etwa 4 € Mehrkosten pro Kopf und Jahr. „Es ist ein kleiner Preis für den Privathaushalt“, so MdL Marina Jakob. Es sei laut MdL Jakob aber wichtig, dem Allgemeingut Wasser künftig einen Preis zu geben, denn die Grundwasserreserven müssten im Sinne eines nachhaltigen Wassermanagements vor einer möglichen Übernutzung geschützt werden.

Der Wassercent wird grundsätzlich auch für Landwirte fällig werden, die in ihrem Betrieb einen eigenen Brunnen betreiben – allerdings erst ab einer Freigrenze von 5.000 Kubikmeter Wasserentnahme pro Jahr. Dies ist laut Marina Jakob der Wasserverbrauch eines durchschnittlichen Familienbetriebs mit 150 Kühen oder 1.500 Schweinen. Es sei der Koalition von Freie Wähler und CSU sehr wichtig gewesen, hier den bäuerlichen Klein- und Familienbetrieben keine Mehrkosten aufzubürden. Gänzlich ausgenommen vom Wassercent sind Anbauverbände für die Gemüsebewässerung und auch die Fischerei. „Wir haben beim Gemüse ohnehin relativ viele Importe und einen hohen Kostendruck für heimische Betriebe“, erklärt Marina Jakob.

Mehrere Landwirte stellten Fragen zum Thema Biberentnahme und Entschädigungen bei Biberschäden. Laut Marina Jakob sei man sehr erfolgreich gewesen, den Biber in Bayern wiederanzusiedeln. Jetzt sei es aber an der Zeit, zu einem Bestandmanagement zu kommen. In Bayern sei es möglich, Biber zu entnehmen, wenn erhebliche wirtschaftliche Schäden drohen. Darum wolle man von Seiten des Freistaat Bayerns auch die Entschädigungszahlungen nicht weiter ausbauen. Stattdessen müssten laut MdL Jakob zunehmend Biberentnahmen durchgeführt werden. MdL Christian Lindinger ergänzte, dass man im Landkreis Passau in Punkto Biberentnahmen sehr aktiv sei: „Insgesamt sehen wir das Bild, dass die Entnahmen nach oben gehen“, so Lindinger.

Bildunterschrift (v.l.): MdL Christian Lindinger, MdL Marina Jakob, Dr. Ursula Diepolder (ILE), Tobias Kurz (1. Bürgermeister Bad Füssing) und Andreas Jakob (1. Bürgermeister Ruhstorf a.d.Rott und 1. Vorsitzender ILE an Rott & Inn).

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© Christian Lindinger