MdL Christian Lindinger setzte sich für bürokratiearme Auslegung der Vorschriften ein
Holzham/Fürstenzell. Der FREIE WÄHLER Landtagsabgeordnete Christian Lindinger, die FW-Fachpolitikerin für Landwirtschaft MdL Ulrike Müller und der ehemalige Präsident des Bayerischen und Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, wurden von Martin Allmannsberger zur Besichtigung seines Charolais Rinderzuchtbetriebs geladen, um sich über aktuelle Themen in der Landwirtschaft auszutauschen. „Wir haben etwa 400 Charolaiszuchtrinder, die wir auf über 16 Weiden im Landkreis Passau grasen lassen“, berichtet der Landwirt. Direkt am Hof angebunden ist dabei eine hofeigene Metzgerei, in der man einmal monatlich die frisch geschlachteten und weiter verarbeiteten Tiere zum Verkauf anbietet. Es sei sehr befriedigend, wenn man die selbstaufgezogenen Rinder auch selbst verarbeitet und die Schlachtung stressarm in der eigenen Metzgerei vorgenommen werden kann, erläutert Landwirt Martin Allmannsberger.
Wie gut es den Charolaisrindern während ihrer Aufzucht geht, davon durften sich die Abgeordneten Lindinger und Müller bei einem Betriebsrundgang selbst vergewissern. In einem großzügigen Offenstall werden die Kühe im Winter auf Stroh gehalten und im Frühjahr werden sie auf nahegelegene Weiden im Landkreis Passau gebracht. „Es freut mich zu sehen, dass hier in Holzham vorbildlich mit dem Tierwohl umgegangen wird und in einer artgerechte Haltung Fleisch für den regionalen Gebrauch produziert wird“, so Christian Lindinger. Einen Wehrmutstropfen konnte Landwirt Allmannsberger dem Abgeordneten jedoch bereits vergangenes Jahr mitteilen. Gegenwärtig wurden die Regularien so ausgelegt, dass aus Seuchenschutzgründen jeder Zu- und Abgang eines Rindes zu einer Weide einzeln in einer Onlinedatenbank gemeldet werden muss. Dies würde für den Betrieb zu einem bürokratischen Mehraufwand von etwa 10 Arbeitsstunden pro Woche führen. Als Folge könnte die politisch gewünschte sommerliche Weidetierhaltung unrentabel werden. „Im schlimmsten Fall müssen wir die Tiere dann ganzjährig im Stall halten“, verdeutlicht Landwirt Allmannsberger die Lage. MdL Christian Lindinger sah in dieser Sachlage ein drängendes Problem, weshalb er sich an den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber gewandt hat, um die Problemstellung vorzutragen.
Nun konnte der Abgeordnete Lindinger beim Hofrundgang bereits Vollzug melden: „Ich habe von unserem Umweltminister ein Schreiben erhalten, in dem eine Lösungsmöglichkeit aufgezeigt wurde, um die bürokratische Pflicht der einzelnen Meldung jedes Zu- und Abgangs auf die vielen Weiden des Betriebs zu minimieren“, so Christian Lindinger. Voraussetzung sei, dass dem zuständigen Veterinäramt auf Nachfrage jederzeit eine Übersicht vorgelegt werden kann, auf welcher Weide sich welche Rinder befinden.
Kein Problem, meint Landwirt Allmannsberger – schließlich sei es bereits für den Zuchterfolg notwendig, stets ein aktuelles Weidebuch zu führen, in dem die geforderten Daten tagesaktuell vermerkt sind. Insofern könne man nun mit dem umweltministeriellen Schreiben in der Hand die Arbeitszeit am Hof für die eigentliche landwirtschaftliche Arbeit verwenden anstatt zur Aufrechterhaltung einer überbordenden Bürokratie. Landwirt Martin Allmannsberger dankte dem Abgeordneten Christian Lindinger für seinen Einsatz für eine Auslegung der gesetzlichen Vorschriften mit dem gebotenen Augenmaß.
Bildunterschrift (v.r.): MdL Christian Lindinger, Robert Allmannsberger, MdL Ulrike Müller, Martin Allmannsberger und der ehem. Bauernpräsident Gerd Sonnleitner diskutierten über Bürokratie und Vorschriften in der Landwirtschaft.

