Landkreis Passau. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Mitglieder der Polizei Niederbayern wurden vom Landtagsabgeordneten Christian Lindinger eingeladen, den Bayerischen Landtag in München zu besuchen. Mit zwei Bussen fuhren die Fahrtteilnehmer von Ruhstorf nach München in das Maximilianeum, wo der Bayerische Landtag seinen Sitz hat. Bereits auf dem Hinweg berichtete MdL Lindinger vom Berufsalltag eines Landtagspolitikers. Er gab Einblicke zu seinen Terminen im Stimmkreis und zur Arbeit in den Ausschüssen und Sitzungen in München. Lindinger ist Mitglied und Sprecher der Freien Wähler im Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes, Mitglied im Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen und jagdpolitischer Sprecher der Freien Wähler. In München wurden die Landtagsbesucher vom Landtagsamt in Empfang genommen. Zunächst wurde Ihnen ein kurzer Filmbeitrag vorgeführt, in dem Demokratieprozesse in Bayern anschaulich erläutert wurden. Danach wurden in einer Führung geschichtliche Details zum ab 1857 erbauten Maximilianeum genannt. Der Höhepunkt des Besuchs war für viele der Besucher, selbst im Plenarsaal Platz zu nehmen und dort mit dem Abgeordneten Christian Lindinger eine Stunde lang in die Diskussion zu treten. Es entwickelte sich schnell ein lebhafter Austausch. Ein Thema war die Rolle eines Fraktionszwangs bei Abstimmungen. Lindinger betonte, ein Abgeordneter sei bei Abstimmungen nur seinem eigenen Gewissen verpflichtet. Um aber regierungsfähig zu sein, sei es nötig, etwaige Unstimmigkeiten im Vorfeld abzuklären und bei der Abstimmung im Plenum geschlossen aufzutreten. Viele Fragen stellten die Besucher auch zu den Themen Bürgergeld und Sozialleistungsbetrug. Lindinger sitzt selbst im Verwaltungsrat des Jobcenters Passau-Land, weshalb ihm dieses Thema am Herzen liege. Grundsätzlich habe jeder, der wegen Krankheit oder Ähnlichem nicht arbeiten kann den Anspruch auf Zahlungen aus dem Bürgergeld. Auch die Höhe des Bürgergeldes mit einem Regelsatz von aktuell 563 Euro sei laut Lindinger nicht beliebig veränderbar, da das Verfassungsgericht bereits klargestellt habe, dass es triftige Gründe brauche, um das Existenzminimum weiter zu kürzen. Einen großen Applaus bekam Lindinger aber vor allem auf seine abschließende Bemerkung zu den nötigen Sanktionsmöglichkeiten: Wer arbeiten kann, aber nicht will, dem müsse Geld gestrichen werden. Abschließend meldete sich eine Fahrtteilnehmerin im Plenum zu Wort, um Ihren Dank für die interessante Diskussion und die schöne Führung durch das Maximilianeum auszudrücken. „Ich bin jetzt 75 Jahre alt, und das erste Mal in meinem Leben im Landtag gewesen“, so die Besucherin. Bildunterschrift: MdL Christian Lindinger mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern des Landkreis Passau im Bayerischen Landtag.