MdL Christian Lindinger im Austausch mit AOK Passau-Rottal-Inn Landkreis Passau/Rottal Inn. „Wie unser Gesundheitswesen besser wird, aber nicht teurer“ – diese Frage war das Hauptthema bei einem Gespräch zwischen dem Landtagsabgeordneten Christian Lindinger (FREIE WÄHLER) und dem Team um den Direktor der AOK Passau-Rottal-Inn Richard Kirmaier. Vorweg unterstrich Kirmaier, dass die AOK Bayern einerseits die Verwaltungskosten reduzieren konnte und andererseits trotzdem ein dichtes Geschäftsstellennetz vorhalten könne – eine persönliche Kundenberatung ist in der Region Passau-Rottal-Inn an acht Standorten möglich. Die AOK ziehe sich am Markt nicht zurück und halte auch in digitalen Zeiten an ihrer lokalen Aufstellung fest. Thema des gesundheitspolitischen Dialoges war der rasante Anstieg der Gesundheitsausgaben. „Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung ist in den vergangenen zehn Jahren immer weiter auseinander gegangen“, so Direktor Kirmaier, der betont, dass es einen großen Reformwillen brauche. MdL Lindinger kennt diese Thematik als Mitglied im Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen im Bayerischen Landtag nur zu gut: „Aufgrund der niedrigen Wachstumsraten haben wir zunehmend Probleme, steigende Ausgaben gegenzufinanzieren“, so Lindinger. Ein Hebel, den sowohl der Freistaat Bayern als auch die Krankenkassen nutzen müssten, sei die Digitalisierung. Diese sorge laut Lindinger dafür, die Ausgaben senken zu können ohne dabei Leistungen zu kürzen. Auch Direktor Kirmaier betonte die Digitalisierungspotentiale für eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Man biete beispielsweise Digitaltermine mit Fachärzten über die sogenannte „AOK-Teleklinik“ an. Dadurch kommen Patienten schneller zu einem Termin – und bei Bedarf werde der Patient an einen Facharzt zur analogen Behandlung weiterverwiesen. Auch im Kundenservice gebe es ehebliche Digitalisierungspotentiale, die künstliche Intelligenz müsse hier als Chance gesehen werden. Gleichzeitig muss laut MdL Lindinger die persönliche Betreuung für Mitbürgerinnen und Mitbürger ohne digitalen Zugang erhalten bleiben. „Diese dürfen wir nicht alleine lassen“, unterstrich MdL Lindinger. Direktor Kirmaier überreichte MdL Lindinger ein Positionspapier der AOK, in dem Einsparpotentiale für die Krankenkassen aufgezeigt werden. Besonders betonte Kirmaier, dass die Beitragspauschalen für Bürgergeldbeziehende kostendeckend sein müssten. Gegenwärtig erhalten die Krankenkassen nur 133 Euro monatlich pro Bürgergeldempfänger – dies decke nur etwa ein Drittel der tatsächlichen Kosten. Die Differenz werde von den Krankenkassen bzw. von den Beitragszahlern getragen. Ein weiterer großer Hebel für Kostenersparnisse der gesetzlichen Krankenkassen wäre die Anwendung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes in Höhe von sieben Prozent auf Arzneimittel. Fazit des Austausches war, dass es eine Ausgabenfokussierung brauche und die Beitragszahler nicht noch mehr belastet werden sollen. Bildunterschrift: Direktor Richard Kirmaier (r.) und die Teamleiter Andreas Windpassinger (l.) und Reinhold Moser (2.v.l.) von der AOK Passau-Rottal-Inn diskutierten mit MdL Christian Lindinger (2.v.r.) über aktuelle gesundheitspolitische Themen.