Freie Wähler Abgeordneter Christian Lindinger im Gespräch mit Apothekern Ruhstorf/Bad Füssing/Passau. Dem FREIE WÄHLER Landtagsabgeordneten des Stimmkreises Passau-West, Christian Lindinger, wurde eine Unterschriftenliste von der Ruhstorfer Apothekerin Barbara Sommer (Marien Apotheke) zur aktuellen Situation der Apotheken überreicht. „Wenn der Entwurf der ehemaligen Ampel-Regierung zum Apotheken-Reformgesetz von der neuen Bundesregierung nicht deutlich überarbeitet wird, dann sehe ich die Überlebenschancen vieler Landapotheken definitiv als gefährdet an“, so Barbara Sommer. Über 250 Kundinnen und Kunden unterschrieben den Appell der Apothekerin, die Finanzierung der Apotheken auch in ländlichen Regionen zu gewährleisten und die Qualität der Versorgung zu erhalten. Laut dem Entwurf zur Apotheken-Reform soll die Präsenzpflicht approbierter Apotheker beim Betrieb einer Apotheke entfallen. Apotheken würden dann zeitweise nur von pharmazeutisch-technischen Assistenten geführt – unter telepharmazeutischer Anbindung an Apotheker eines Filialverbundes. Für den Abgeordneten Christian Lindinger würde eine solche Regelung eine qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung und -beratung torpedieren. „Unsere Bürgerinnen und Bürger müssen sich ohne wenn und aber auf die kompetente Beratung in ihrer Apotheke verlassen können, hier dürfen wir nicht den Rotstift ansetzen“, so Christian Lindinger. Darum habe man in einem FREIE WÄHLER-Antrag im Landtag gemeinsam mit der CSU noch Ende vergangenen Jahres beschlossen, sich auf Bundesebene für den Erhalt der Präsenzpflicht eines approbierten Apothekers einzusetzen, aber auch für die Anhebung der Vergütung für die Apotheken. Das Apothekenhonorar wurde trotz immenser Kostensteigerungen seit 2013 nicht mehr angepasst. „Wir hoffen natürlich alle, dass in der neuen Bundesregierung die Dringlichkeit gesehen wird, die fixe Vergütung der Apotheken bei der Ausgabe eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels (Apothekenfixum) von 8,35 Euro auf 12,00 Euro zu erhöhen“, sagt Christian Lindinger. Um weitere Einblicke zu erhalten, suchte Christian Lindinger auch das Gespräch mit dem Apothekeninhaber Dr. Gábor Barta (Thermen-Apotheke Bad Füssing und Apotheke im Pawo-Center Passau). Dr. Barta sprach unter anderem die Rolle der Versandapotheken an. Es sei ungerecht, dass ausländische Versandapotheken – meist in den Niederlanden registriert – steuerlich nichts zum deutschen Gesundheitssystem beitragen. Zudem sei die Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eine verantwortungsvolle Angelegenheit, bei der nur mit entsprechender Beratung die Patienten- und Arzneimitteltherapie-Sicherheit sichergestellt werden kann. Christian Lindinger sieht sich in seiner politischen Arbeit bestätigt: Ausländische Versandapotheken unterlägen keinerlei Überwachungspflichten. Dies führe zu einer eklatanten Wettbewerbsverzerrung. „Wir Freie Wähler sind für ein generelles Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel“, so Christian Lindinger. Was es stattdessen braucht, sei der Erhalt der Apotheker als Freie Berufe, bei denen persönlich, eigenverantwortlich und unabhängig gearbeitet wird. Nur durch die niedergelassenen Apotheker könne die flächendeckende und ortsnahe Arzneimittelversorgung rund um die Uhr, auch nachts, sowie an Sonn- und Feiertagen gewährleistet werden. Inhabergeführte Apotheken seien niederschwellige Ansprechpartner für alle gesundheitlichen Fragen. In Notsituationen habe sich die autarke Arzneimittelherstellung in den Apotheken bereits als wichtiger Bestandteil des Notfallmanagements in den Regionen erwiesen – beispielweise während der Corona-Pandemie oder generell bei Lieferschwierigkeiten. Bildunterschrift Bild 1: Apothekerin Barbara Sommer (r.) überreicht MdL Christian Lindinger (l.) eine Unterschriftenliste gegen das noch von der Ampel-Regierung geplante Apotheken-Reformgesetz. Bildunterschrift Bild 2: (v.l.) MdL Christian Lindinger und die Apotheker Dr. Ágnes Barta und Dr. Gábor Barta.
